1.441 Räume, davon 40 auf dem großen Rundgang zu sehen — die Sommerresidenz der Habsburger ist groß genug, dass die meisten Besucher nur einen Bruchteil sehen. Hier steht, welcher Bruchteil sich wirklich lohnt.
Kaiser Leopold I. beauftragte Ende des 17. Jahrhunderts den Barockarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach mit einem Jagdschloss für seinen Sohn, Kronprinz Joseph — auf dem Gelände eines früheren Lustschlosses der Kaiserinwitwe Eleonora von Gonzaga aus der Zeit um 1642. Unter Maria Theresia wurde das Schloss ab 1743 durch den Architekten Nikolaus Pacassi zur kaiserlichen Residenz im Stil des Rokoko umgebaut; es umfasst 1.441 Räume. Das heute bekannte „Schönbrunner Gelb“ setzte sich nach Angaben der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. ab Mitte des 19. Jahrhunderts als Standard durch; frühere Anstriche waren unter anderem Orange-Rot und Goldocker. Seit 1996 ist Schönbrunn UNESCO-Welterbe.
Schönbrunn verkauft keinen Einheitseintritt, sondern gestaffelte Rundgänge: Die Imperial Tour (22 Räume) führt unter anderem durch die Wohnräume Kaiser Franz Josephs und Kaiserin Elisabeths; die Grand Tour (40 Räume) ergänzt die Räume aus der Zeit Maria Theresias, darunter das Millionenzimmer mit seinen Rosenholz-Vertäfelungen (Angaben laut Betreiber). Für einen ersten Besuch reicht die Imperial Tour — wer sich auch für die Maria-Theresia-Zeit interessiert, wählt die Grand Tour und plant entsprechend mehr Zeit ein.
Auf dem Schlossgelände liegt der Tiergarten Schönbrunn, 1752 von Kaiser Franz Stephan als höfische Menagerie gegründet und damit nach verbreiteter Darstellung der älteste noch bestehende Zoo der Welt. Ein Besuch des Tiergartens ist ein eigener Halbtag, kein kurzer Abstecher — wer ihn mit dem Schlossrundgang kombinieren will, sollte dafür einen ganzen Tag statt nur einen Vormittag einplanen.
Der barocke Garten selbst ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt — nur die Gloriette, das klassizistische Bauwerk auf der Anhöhe über dem Garten, verlangt ein separates Ticket für den Panoramablick von der Aussichtsplattform. Der Aufstieg vom Schloss zur Gloriette dauert zu Fuß etwa 10–20 Minuten über die zentrale Gartenachse.
Schönbrunn liegt direkt an der U-Bahn-Linie U4 (Station Schönbrunn) — ein eigenes Auto oder Taxi ist nicht nötig. An publikumsstarken Tagen (Wochenenden, Schulferien) empfiehlt sich ein Online-Ticket mit festem Zeitfenster, das die Wartezeit am Schalter vermeidet. Wer sowohl das Schloss als auch den Tiergarten besuchen will, sollte realistisch einen ganzen Tag einplanen, nicht nur einen Vormittag.