18 Trakte, 19 Höfe, über 600 Jahre Residenz der Habsburger — die Hofburg ist kein einzelnes Museum, sondern ein ganzes Stadtviertel. Hier steht, welche Teile für einen ersten Besuch zusammengehören.
Die Anfänge der Hofburg reichen ins 13. Jahrhundert zurück; vom späten 13. Jahrhundert (erste Erwähnung um 1278/79) bis 1918 war sie, mit Unterbrechungen, die Hauptresidenz der Habsburger, heute ist sie Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten. Über die Jahrhunderte wuchs die Anlage auf 18 Trakte und 19 Höfe mit rund 2.600 Räumen (je nach Zählung über 2.000) — im 18. Jahrhundert kamen mehrere prächtige barocke Erweiterungen hinzu. Anders als Schönbrunn, das als Sommerresidenz diente, war die Hofburg die Hauptresidenz und das politische Zentrum der Habsburger.
Die Räume, die einst Kaiser Franz Joseph und seine Frau Elisabeth bewohnten, umfassen Arbeitszimmer, Wohnräume und Repräsentationsräume — weitgehend im Originalzustand erhalten und eingerichtet. Besucher sehen die tatsächlichen Wohn- und Arbeitsräume des Kaiserpaares, einschließlich der privaten Gemächer und großen Salons, nicht nachgebaute Kulissen.
Seit 2004 untergebracht in den nach Erzherzog Stephan Viktor benannten Stephan-Appartements, zeigt das Sisi Museum mehr als 300 Exponate rund um die Kaiserin — Kleidung, Schmuck, Briefe und Porträts, dazu Exponate zu ihrer Schönheitsroutine, ihrer Reiselust und ihrem bewegten Leben. Für Kaiserappartements und Sisi Museum gibt es ein gemeinsames Ticket; welche weiteren Bereiche (etwa die Silberkammer) derzeit zugänglich sind, nennt die Betreiberseite.
Zwischen Michaelerplatz und Josefsplatz liegt die seit 1565 urkundlich erwähnte Spanische Hofreitschule — seit über 450 Jahren Ausbildungsstätte für die Lipizzaner, eine der ältesten Kulturpferderassen Europas, und die dort gepflegte klassische Reitkunst zählt seit 2015 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Die Winterreitschule, die historische Halle von 1735, ist für Vorstellungen und für die Morgenarbeit zugänglich; Termine nennt die Hofreitschule auf srs.at. Die Morgenarbeit zeigt den Trainingsalltag, nicht die choreografierte Show.
Kaiserappartements und Sisi Museum lassen sich an einem Vormittag besichtigen; wer zusätzlich eine Vorstellung der Hofreitschule sehen will, sollte einen separaten Zeitblock einplanen, da die Vorstellungszeiten fix sind und nicht flexibel an den Museumsbesuch anschließen. Die Hofburg liegt zentral in der Inneren Stadt, fußläufig von den meisten Innenstadt-Unterkünften erreichbar.