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Wien
1908„Der Kuss“ entsteht

Belvedere

Ein Sommerpalais für einen Feldherrn, heute Heimat einer der größten Klimt-Sammlungen der Welt — und der einzige der drei Wien-Stopps, bei dem die Kunst wichtiger ist als die Architektur.

Ein Ausstellungssaal im Oberen Belvedere mit Gemälden von Gustav Klimt

Redaktion Roquenza · Quellen geprüft: Oktober 2026 · Fehler melden

Geschichte in Kürze

Das Belvedere wurde von Prinz Eugen von Savoyen in Auftrag gegeben und vom Architekten Johann Lukas von Hildebrandt gebaut; das Obere Belvedere wurde 1723 fertiggestellt. Es gehört zum UNESCO-Welterbe „Historisches Zentrum von Wien“ (seit 2001). Prinz Eugen nutzte das Untere Belvedere als Wohnsitz und das Obere für Empfänge und Feste; neben dem Palais hielt er zeitweise eine private Menagerie.

Oberes und Unteres Belvedere — nicht dasselbe Ticket

Anders als Schönbrunn und Hofburg besteht das Belvedere aus zwei getrennt bespielten Häusern mit getrennten Tickets: Das Obere Belvedere zeigt die permanente Sammlung mit Klimt, Schiele und der österreichischen Kunstgeschichte, das Untere Belvedere wechselnde Sonderausstellungen. Wer nur begrenzt Zeit hat, sollte sich auf das Obere Belvedere konzentrieren — dort hängt "Der Kuss".

"Der Kuss" — was das Bild zeigt

Gustav Klimt malte "Der Kuss" um 1907/1908, mitten in seiner sogenannten Goldenen Periode. Das Bild zeigt ein Paar in enger Umarmung, in einen goldverzierten Mantel gehüllt — eckige Muster für die männliche, runde Muster für die weibliche Figur — kniend auf einer blühenden Wiese am Rand eines Abgrunds. Es gilt als Hauptwerk des Wiener Jugendstils und als Klimts bekanntestes Gemälde; das Belvedere besitzt nach eigenen Angaben die größte Klimt-Sammlung der Welt.

Der Garten dazwischen

Zwischen den beiden Häusern liegt ein terrassierter Barockgarten mit Sichtachse und Wasserbecken, in der Regel ohne Museumsticket zugänglich — ein Grund, den Weg vom Unteren zum Oberen Belvedere zu Fuß statt mit dem Taxi zurückzulegen.

Praktische Hinweise

Ein Besuch nur des Oberen Belvedere lässt sich in zwei bis drei Stunden realistisch einplanen. Wer beide Häuser sehen will, sollte einen halben Tag ansetzen; aktuelle Öffnungszeiten und Tickets stehen auf belvedere.at.