Kaiser Franz Josephs bevorzugte Sommerresidenz — und 2024 Leitstadt der Kulturhauptstadt Europas: zusammen mit der Region Salzkammergut, der ersten inneralpinen, ländlich geprägten Region mit diesem Titel.
Ab 1849 verbrachte Kaiser Franz Joseph I. regelmäßig die Sommer in Bad Ischl. Der Kaiser und seine Frau, Kaiserin Elisabeth (Sisi), nutzten dafür die Kaiservilla — hier verlobte sich das Paar 1853, und Franz Josephs Mutter, Erzherzogin Sophie, machte ihnen die Villa zur Hochzeit 1854 zum Geschenk. Die Villa liegt im Kaiserpark, in dem sich auch das Marmorschlössl befindet, das einst als Teehaus der Kaiserin diente.
In dieser Villa unterzeichnete Franz Joseph am 28. Juli 1914 die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an das Königreich Serbien — der formale Auftakt zum Ersten Weltkrieg. Dass eine Sommerresidenz zum Ausgangspunkt eines Weltkriegs wurde, gehört zu den bedrückendsten historischen Fakten der Region.
2024 gab es drei Kulturhauptstädte Europas: Bad Ischl als Leitstadt der Region Salzkammergut (23 Gemeinden in Oberösterreich und der Steiermark), die norwegische Stadt Bodø und das estnische Tartu. Das Salzkammergut war nach Angaben der Tourismusstellen die erste inneralpine, ländlich geprägte Region mit diesem Titel. Auch musikalisch hat der Ort Geschichte: Der Komponist Franz Lehár lebte hier in einer Villa am Fluss.
Für die Kaiservilla samt Park sollten Sie mehrere Stunden einplanen (Öffnungszeiten und Führungen bitte auf kaiservilla.at prüfen); wer zusätzlich die Innenstadt mit ihren Kurhaus-Bauten erkunden will, sollte einen halben Tag einplanen. Bad Ischl liegt verkehrsgünstig an der Salzkammergutbahn zwischen Attnang-Puchheim und Stainach-Irdning und lässt sich gut mit einem Stopp in Hallstatt oder am Wolfgangsee kombinieren.